Hallenstadion. – 7179 Zuschauer
SR Peer/Kurmann, Kehrli/ Stäheli
Tore: 7. Brunner (Neff, Botta) 0:1. 22. (21:34) Westrum (Duca) 0:2. 23. (22:57) Walker (Murovic/Brunner) 0:3. 29. Trudel (Gardner, Pittis/Ausschluss Stirnimann) 1:3. 31. Law (Marghitola, Duca) 1:4. 35. Bärtschi (Seger, Bastl) 2:4. 37. Down (Bärtschi, Seger) 3:4. 40. (39:17) Law (Gautschi) 3:5
Strafen: je 7mal 2 Minuten
ZSC Lions: Flüeler; Kienzle, Suchy; Schnyder, Seger; Geering, Stoffel; Camperchioli; Gardner, Pittis, Trudel; Bärtschi, Down, Schommer; Monnet, Alston, Bastl; Bühler, Grauwiler, Krutow.
Ambri-Piotta: Bäumle; Kobach, Rivers; Marghitola, Stirnimann; Gautschi, Kutlak; Pestoni; Law, Westrum, Duca; Walker, Murovic, Demuth; Botta, Brunner, Neff; Bianchi, Schönenberger, Juri.
Bemerkungen: ZSC ohne Müller, Reist, Schelling, Adrian Wichser (alle verletzt), Kostovic (krank), Sulander, Sejna (beide überzählig), Ambri ohne Bundi, Casserini, Mattioli, Schneider (alle verletzt). 12. Pfostenschuss von Grauwiler. ZSC ab 58:12 ohne Goalie. 60. (58:24) Timeout der der Lions.
Geradezu fahrlässig verspielten die seit drei Runden sieglosen Lions die erstklassige Chance, mit einem Erfolg gegen die seit Monaten schwächste Equipe der NLA wieder auf Platz 4 vorrücken zu können. Mit Blick auf das schwierige Restprogramm (in Lugano, zweimal gegen Davos und in Kloten) hat der Fauxpas im Ringen um das Playoff-Heimrecht womöglich Folgen.
Im Dezember 2007 verliess Ambri das Hallenstadion letztmals als Sieger. Nun setzten die Südschweizer der Misere ohne Vorwarnung ein Ende. Kirby Law traf in kursweisenden Augenblicken zweimal. Als die Lions temporär aufdrehten, stoppte der Kanadier die Gastgeber mit dem 5:3 Sekunden vor dem Ende des Mitteldrittels.
Spätestens nach dem 0:2 durch Westrum, der Sekunden nach Ablauf einer doppelten Überzahl getroffen hatte, war klar, dass die Tessiner mehr Widerstand als erwartet leisten würden. Und als Walker mit einem Shorthander gar auf 3:0 erhöhte, geriet der Favorit endgültig in einen Argumentations-Notstand.
Die lange paralysierten Zuschauer pfiffen, und Sean Simpsons Gesicht verfärbte sich im Zorn rot. Am Gemütszustand des künftigen Nationalcoaches änderte sich bis zur zweiten Pause nicht viel. Nach dem 4:1 von Law (31.) steigerten sich die Zürcher zwar vorübergehend. Topskorer Bärtschi und Down, der aus der NLB beförderte Publikumsliebling, verschafften den Lions mit der Doublette zum 3:4 kurzzeitig wieder Perspektiven.
Beeindrucken liess sich «Biancoblú» vom Comeback des Favoriten indes nicht gross. Kirby Law entschärfte die Situation der Gäste mit dem zweiten Treffer; Sekunden zuvor hatte Bastl nach einem Solo den Ausgleich vergeben. Mehr als ein Boxkampf (Bastl vs. Neff) hatten die hoch dotierten Lions in der Folge nicht mehr zu bieten.
52 Punkte trennten die beiden Teams vor der Partie. In Ambri bereiten sie sich seit Wochen auf den Kampf um die Existenz im Playout vor. Beim ZSC hingegen stand eine gute Playoff-Ausgangslage auf dem Spiel. Zu spüren war von diesem Klassenunterschied wenig bis nichts. Im Gegenteil: Verteidigt hat vor allem der ZSC wie ein Abstiegskandidat.
Die defensiven Mängel irritierten, zumal mit Mathias Seger nach überstandener Gehirnerschütterung der Abwehrchef zurückgekehrt war. Zu oft bot der Champions-League-Sieger den Tessinern die Möglichkeit zum einfachen Konterspiel. Kaum zu glauben, dass die gleiche Zürcher Equipe vor wenigen Monaten in einem begeisternden Match die NHL-Stars aus Chicago niedergerungen hatte.